
Die Gruppe KullerArt stellt bis Mitte August im Altstadthotel ARTE aus
Das Fuldaer Altstadthotel Arte hat jetzt das bedeutende Thema Integration aufgegriffen und präsentiert in den Hotelräumen die Kunstausstellung der Gruppe KullerArt.
Anhand von 22 Werken zeigen 25 Künstler aus sieben regionalen Wohngruppen der Caritas ihr Können. Das Besondere: Jeder von Ihnen ist mehrfach behindert. Mit Pastell- und Ölkreiden sowie Gouache kreierten die Männer und Frauen von KullerArt ihre Werke. „KullerArt – Kunst im Keller“ wurde 1997 über ein Gemeinschaftsprojekt der Caritas-Behindertenhilfe mit der Fachhochschule Fulda gegründet und wird seit 2003 von Nicole Kümmel geleitet.
Seit Beginn des Projektes bietet die Gruppe geistig- und mehrfachbehinderten Menschen zwischen 20 und 80 Jahren die Möglichkeit zur Kreativität, um neue Kontakte zu knüpfen. Ricarda Bernhardt zum Beispiel ist eine der Künstlerinnen. Die 22-Jährige experimentiert gerne und ihre bevorzugten Maltechniken sind: Klatschen, Pusten und Spachteln – alles was erlaubt ist. Ein bekennender Blumenfan ist die 55-Jährige Mechthild Görk, die ihre Bilder gerne föhnt, wenn ihr das Trocknen zu lange dauert. Thorsten Schuppelius malt als Einziger im Stehen an der Staffelei und bringt mit viel Farbe seine Bilder zum Leuchten. Alle drei haben durch KullerArt eine Möglichkeit gefunden, ihr Können zu zeigen und sich auszudrücken.
Bei der Ausstellungseröffnung im Altstadthotel Arte bedankte sich Hotelier Jochen Hohmann vor allem bei der Organisatorin Dana Kindler sowie der Leiterin der Gruppe, der Diplomkunsttherapeutin Nicole Kümmel. „Wir im Altstadthotel fühlen uns der Kunst verpflichtet. Deswegen tragen wir auch den Beinamen Arte“, erklärte Hohmann und fügt hinzu, dass bei jeder, der im Hotel stattfindenden Ausstellungen, mindestens ein Objekt erworben wird, welches im ersten Stockwerk seinen Platz finde. Vier Ausstellungen für 2010 in den Hotelräumen sind geplant. Das Altstadthotel Arte habe sich als Tagungshotel der Barrierefreiheit verschrieben, so Hohmann. Behindertengerechte Zugänge zu den Räumlichkeiten sowie vier eigens angepasste Zimmer gibt es für die Besucher. Auch Theo Münker, Vize-Ressortleiter der Caritas, erklärte auf der Vernissage, wie das Wohnen bei der Caritas funktioniert: „Wir haben acht Wohngruppen in vier Standorten mit etwa 100 Bewohnern. Bastel-, Fussball- und Theatergruppen gehören da unter anderem zum Alltag.“ Es sei wichtig, dass jeder seine Fähigkeiten und Begabungen entdecke und aktiv entwickeln könne. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. August von 6 bis 22 Uhr täglich im Altstadthotel Arte zu sehen.
Artikel Fuldaer Zeitung vom 29.05.2010